FCB-Captain Matías Delgado hört per sofort auf

Der FCB-Captain Matías Delgado beendet per sofort seine Profikarriere. Dieser Entschluss hat der argentinische Mittelfeldspieler dem Cheftrainer Raphael Wicky und der sportlichen Leitung unter Sportdirektor Marco Streller am Tag vor dem Heimspiel gegen den FC Luzern vom 30. Juli 2017 mitgeteilt.

Die Führung des FC Basel mit Präsident Bernhard Burgener, Sportdirektor Marco Streller und Cheftrainer Raphael Wicky bedauern den Entscheid der grossen argentinischen Spielerpersönlichkeit sowohl sportlich als auch menschlich sehr. Aber genau im Wissen, dass Delgado einen derart gewichtigen Entscheid nicht aus einer Laune heraus fällt, sondern ohne jede Zweifel als notwendigen Schritt sieht, veranlasste die Clubleitung darauf zu verzichten, den bald 35-jährigen Mittelfeldspieler umzustimmen zu versuchen. Vielmehr unterstützten die Verantwortlichen ihren verdienten Spieler, in dem sie einer sofortigen Vertragsauflösung, wie sie Delgado gewünscht hatte, zustimmten.

An einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz nach dem Meisterschafts-Heimspiel gegen den FC Luzern unterstrich Delgado seinen Entscheid mit diesen Worten: "Ich bin zu müde, um weiter Fussball zu spielen. Um beim FCB zu spielen, muss man hundertprozentig fit sein, das bin ich leider nicht mehr und so kann ich dem Team nicht mehr helfen, so wie ich das will. Die Entscheidung fiel nicht über Nacht, sondern es war ein langer Prozess."

Der Sportdirektor Marco Streller äussert sich zum Karriereende von Matías Delgado wie folgt: "Für mich war es ein Déjà-Vu als er mich über seinen Entscheid informiert hat, denn ich wusste genau, wie es ihm dabei geht und was er bis zu seinem Entschluss alles durchgemacht hat. Mit Matías Delgado verlieren wir im Team nicht nur einen grossartigen Fussballer sondern auch einen wunderbaren Menschen, unseren Captain, der längst zu einer Identifikationsfigur des Clubs geworden ist. Es gibt gar nicht genug Worte, um ihm Danke zu sagen!"

Matías Delgado startete seine Karriere in Argentinien im Nachwuchs von River Plate und spielte später als Profi bei den Chacarita Juniors. Als 20-Jähriger unterschrieb Delgado, eine Entdeckung

von FCB-Chefscout Ruedi Zbinden, im August 2003 beim FC Basel einen Vierjahresvertrag und konnte mit dem FCB zwei Meistertitel sowie einen Cupsieg feiern, ehe es ihn Sommer 2006 weiter in die Türkei zu Besiktas Istanbul zog.

In den vier Jahren, die der Mittelfeldspieler in der Türkei verbrachte, gewann Delgado mit Besiktas Istanbul einmal die Meisterschaft, zweimal den Cup sowie zweimal den Supercup und trug am Schluss die Captainbinde, ehe er im Sommer 2010 zum Al Jazira Club in die Vereinigten Arabischen Emirate wechselte. Im Sommer 2013, drei Jahre später, kehrte Delgado nach sieben Jahren zurück zum FCB und unterschrieb in Basel einen Vierjahresvertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2017. Im Februar dieses Jahres verlängerte Delgado den Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr.

Seit Jahren Publikumsliebling

Schon in seiner ersten Basler Zeit zwischen 2003 und 2006 entwickelte sich Delgado schnell zu einem Publikumsliebling - keineswegs von ungefähr. In der Tat reifte mit ihm eine ausgesprochene Persönlichkeit heran, wie sie in jeder Vereinsgeschichte alles andere als alltäglich ist. Mit seiner offenen, intelligenten und sympathischen Art fand er gleichermassen Zugang zu seinen Mitspielern, zur Vereinsleitung, zu den Fans und zu den Medien. Deshalb war ihm rasch grossen Respekt von allen Seiten gewiss. Dazu gehörten explizit auch viele gegnerische Spieler und Trainer.

Die Vereinsleitung des FCB habe, so sagte Marco Streller an der besagten Medienkonferenz, auch erst "seit gestern" Kenntnis vom Entscheid des Basler Führungsspielers erhalten. Deshalb habe der Grundsatzentscheid, den Schritt Delgados zu akzeptieren und zu begleiten, bisher alleinige Priorität gehabt. Andere Punkte wie die Captainfrage, Delgados Verabschiedung oder eine allfällige Kaderergänzung werde man rasch, aber ohne Hektik beurteilen und entscheiden. Ähnlich beantwortete auch Delgado selbst Fragen zu seiner Zukunft.

Artikelfoto: FC Basel 1893